Datum: 13.08.2016
Alarmzeit: 07:00 Uhr
Einsatzort: Cranzahl, Talsperre

DME-Meldung: Sturmschaden und Blitzeinschlag in Wald - Menschenrettung, Waldbrand

Fahrzeuge Feuerwehr Bockau: ELW, LF 16/12 (Löschzug Retten II)

 

weitere Kräfte: Löschzug Retten II Erzgebirge

LF 16/12 Geyer

RW 1 Unterwiesenthal

 Löschzug Wasserversorgung Erzgebirge

ELW Schönbrunn

LF 16-TS Schönbrunn

LF 16-TS Bärenstein

SW 2000 Satzung

Führungsgruppe Brandschutz Erzgebirge

ELW 1 Buchholz

stellv. Kreisbrandmeister Annaberg

Feuerwehr Cranzahl

RTW JUH Bärenstein

SEG DRK Mittlerer Erzgebirgskreis

diensthabender OrgL Annaberg

Landratsamt Erzgebirgskreis

 

 

Der Katastrophenschutz Erzgebirgskreis führte eine Vollübung mit ausgewählten Einheiten des Katastrophenschutzes durch. Der 2. KatS-Löschzug Retten sollte bei dieser Übung mit zum Einsatz kommen. Wir machten uns mit unserem Einsatzleitwagen und dem Löschgruppenfahrzeug, welche in diesem Löschzug integriert sind, auf den Weg zum Bereitstellungsraum nach Annaberg. Nach kurzer Einweisung ging es weiter in einen anderen Bereitstellungsraum in der Ortslage Cranzahl. Von dort aus rückten die verschiedenen Einheiten zum Übungsort aus. Wir erhielten vom Einsatzleiter unseren Einsatzbefehl und dafür einen eigenen Einsatzabschnitt. Der Zugführer des ELW und die Gruppenführer der beiden LF's gingen auf Lageerkundung. Nach ca. 200 m quer durch den Wald konnte sich ein Überblick von dem Schadensereignis gemacht werden. Wir mussten uns um die Rettung von 7, zum teil schwerverletzten, Personen kümmern. Einige von ihnen waren dazu noch unter umgestürzten Bäumen eingeklemmt. Mit Rüsthölzern und Spanngurten wurden die Bäume gesichert und mit Kettensägen zerschnitten. Somit konnten die Verletzen unter den Bäumen befreit werden. Mittels Schleifkorbtrage wurden die Patienten an den Behandlungsplatz außerhalb des Waldes gebracht und an den Sanitätszug übergeben. Am ELW wurde parallel die Dokumentation für den Einsatzabschnitt durchgeführt und eine Übersicht über die Verletzten und ihr Verletzungsmuster erstellt. 

 

Der Zugführer, welcher von der Feuerwehr Bockau gestellt wird, war mit der Arbeit seiner Mannschaft sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Geyer und Unterwiesenthal hat reibungslos funktioniert. Alle haben Hand in Hand gearbeitet und sich gegenseitig unterstützt. 

 

Wir sind für den Ernstfall gut vorbereitet, jedoch hoffen wir das es nie dazu kommen muss.. 

 

Katastrophensituation an der Talsperre

Mit einer Übung in Cranzahl haben am Samstag verschiedene Rettungskräfte das Zusammenspiel trainiert. Dabei hat sich ein Problem gezeigt.

Cranzahl. Eine achtköpfige Touristengruppe ist im Wald an der Cranzahler Talsperre unterwegs. Plötzlich gibt es einen Wetterumschwung. Starke Windböen setzen ein. Sie bringen mehrere Bäume zu Fall. Einige der Wanderer schaffen es nicht mehr, den Wald zu verlassen. Sie werden unter den umgestürzten Bäumen begraben. Dazu hat ein Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe einen Waldbrand verursacht. Zum Glück schafft es einer der Touristen noch, die 112 zu wählen...

Das in etwa war das Szenario der Katastrophenschutzübung, die am Samstagvormittag rund um die Talsperre Cranzahl stattgefunden hat. Glitschige und aufgeweichte Wege machten es den Rettern nicht leicht, die an sie gestellten Aufgaben zu erfüllen. Die Anweisungen für die rund 80 Retter aus freiwilligen Feuerwehren, vom regionalen Katastrophenschutz sowie der Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK-Kreisverbandes Mittleres Erzgebirge kamen dabei von Einsatzleiter Danilo Wötzel. Der stellvertretende Kreisbrandmeister im Regionalbereich Annaberg hatte die Situation schnell im Griff. Er organisierte zunächst die Löschzüge. Das Wasser für die Brandbekämpfung kam aus der Talsperre. Knapp 1000 Meter Schläuche mussten dazu verlegt werden. Zwei Pumpen drückten das Löschwasser in den Wald. 24 Kameraden aus Scharfenstein, Satzung und Schönbrunn rückten dem simulierten Brand zuleibe. Gleichzeitig schnitten die Männer vom Katastrophenschutz die Verletzten unter den Bäumen frei. Der Transport in dem unwegsamen Gelände war anstrengend. 80 Kilo Körpergewicht auf der Trage müssen unter diesen Bedingungen erst einmal bewältigt werden. Doch die Ansagen der Verantwortlichen waren eindeutig.

 

Wenig später kümmerten sich zwölf Leute vom Rettungsdienst um die drei Schwerverletzten und vier weiteren Patienten. "Hier geht es lediglich um die Erstversorgung", sagt Notfallsanitäter Thomas Köhler, der die medizinische Betreuung leitete. "Das habe ich so auch noch nicht gemacht, aber alles hat gut geklappt", reflektiert er. "Es waren realistische Bedingungen. Unsere Mitarbeiter müssen solche Einsätze wollen und können", ergänzt Marco Zienert.

Nach knapp zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte die simulierte Großschadenslage im Griff. Zweimal jährlich finden ähnliche Übungen statt, verriet der Einsatzleiter. "Die Veranstaltung heute war zwar bekannt und geplant, die Inhalte und Ziele kannten die beteiligten allerdings nicht", sagt Danilo Wötzel. "Man muss sich ausprobieren, üben und mit anderen zusammenarbeiten, um sicher zu werden. Das war eine sinnvolle Geschichte", bestätigt Ulrich Schaarschmidt von der Schönbrunner FFW die Notwendigkeit dieser Art von Übungen.

Bei einem ersten Fazit bilanziert Einsatzleiter Wötzel: "Defizite hatten wir in der Verständigung. Unsere Kommunikationsgeräte bei der Feuerwehr sind noch analog. Die Rettungskräfte benutzen aber bereits Digitalfunk. Das Problem müssen wir in den Griff bekommen", so Wötzel. Die Übung habe aber gezeigt, dass sich die Bürger im Ernstfall darauf verlassen können, dass die Retter Schadenslagen schnell unter Kontrolle hätten. "Wir sind technisch und derzeit auch noch personell vernünftig aufgestellt. Niemand muss Angst haben."

Quelle: Freie Presse